Monatsbrief September

Propst Dr. Thomas Benner

Informationen über den aktuellen Stand der Veränderungen
innerhalb der Pfarrei Franz-von-Assisi, Kiel

Stand September 2020

Nach den Sommerferien wurde – wie angekündigt – in einer weiteren Serie von Gemeindegesprächen über den aktuellen Stand der anstehenden räumlichen Veränderungen informiert und debattiert.

(1) Kirchenvorstand: Der Kirchenvorstand wurde wegen der abzugebenden Liegenschaften bisher nicht aus sich selbst aktiv. Nach den Presse-Berichten im März über das Gemeindegespräch in Schönberg meldeten sich allerdings Interessenten für alle Liegenschaften, die laut Beschluss des KV nicht dauerhaft von unserer Pfarrei betrieben werden können. Am 23. Juni wurden diese Interessenbekundungen im Kirchenvorstand vorgestellt.

(2) Heilig Kreuz: Im Juni hatte ich an die evangelische Trinitatis-Gemeinde geschrieben – so hatten wir es im Gemeindegespräch der Heilig Kreuz-Gemeindevereinbart. Nun, beim nächsten Gemeindegespräch am 15. August konnte ich dort die freundliche Antwort der evangelischen Nachbarn verlesen: „Die Kontakte zwischen der katholischen Heilig Kreuz Gemeinde und unserer Gemeinde sind tatsächlich sehr gut, in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und von einem gegenseitigen Vertrauen und Respekt gekennzeichnet. Wir können mit voller Überzeugung sagen, dass die Ökumene in Elmschenhagen in vielen Bereichen bereits intensiv gelebt und von allen Seiten im besten christlichen Verständnis versucht wird zu verstärken. Vor diesem Hintergrund sind wir gern bereit unseren Teil dazu beizutragen das kirchliche Leben der Heilig Kreuz-Gemeinde weiterhin zu ermöglichen. Auch die Perspektive gemeinsame gemeindliche Aktivitäten zu gestalten nehmen wir gerne auf.“ Diese Antwort wurde mit Dankbarkeit aufgenommen. So kamen wir überein, das Gespräch mit den evangelischen Nachbarn fortzuführen. (Der evangelische Kirchengemeinderat hat mittlerweile zu einem ersten Gespräch am 30. September eingeladen.)

Mittlerweile hat sich ein Interessent gemeldet, der auf dem Gelände an der Marienbader Straße 44 eine Einrichtung für seniorengerechtes Wohnen betreiben möchte. Hier sind noch viele Fragen offen, z.B. nach dem Bebauungsplan, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen dürften

(3) St. Bonifatius: Am 18. August kam die Lenkungsgruppe St. Bonifatius zusammen. Da das Gemeindehaus am Wildhof 14 derzeit eine Arztpraxis beherbergt, haben wir überlegt, wo die Gruppen, die sich bisher dort trafen, sich nun einfinden könnten bzw. wie die Veranstaltungen, die bisher im Gemeindehaus und im Garten dahinter stattfanden, nun durchgeführt werden könnten. Kleinere Gruppen könnten sich z.B. in den ehemaligen Büroräumen oder in der Kirche treffen, wenn man hier einige Bänke herausnähme. Weitere Möglichkeiten könnten sich im benachbarten Birgitta-Thomas-Haus ergeben. Für das Fastenessen oder das Erntedankfest könnte man ggf. in das örtliche Bürgerhaus ausweichen.  Das Patrozinium könnte man vielleicht als Straßenfest feiern. Im Ortsausschuss und beim Gemeindegespräch sollte weiter beraten werden.

(4) Stella Maris: Die evangelisch-katholische Lenkungsgruppe fand sich am 20. August zusammen. In offener und freundlicher Atmosphäre wurde das begonnene Gespräch fortgesetzt, das den Umzug in die evangelische Kirche vorbereiten soll. Wie können wir eine Kennenlernphase offiziell gestalten? Wie wollen wir ein Ritual des Übergangs gestalten? Zu welcher Zeit feiern wir künftig samstags die heiligen Messen bzw. Wort-Gottes-Feiern? Welche ökumenischen Aktionen wollen wir zukünftig miteinander gestalten? Usf. Am Samstag, 26. September wird Pastor Thieme-Hachmann unsere Messfeier um 17:00 Uhr mitfeiern; am Reformationstag wird Propst Benner den Gottesdienst in der evangelischen Kirche um 18:00 Uhr mitfeiern.

Für das Gelände am Laboer Weg 22 haben sich Interessenten gemeldet und die kommunalen Verwaltungsgremien haben sich auch schon mit dem Standort befasst. Auch hier sind noch viele Fragen offen und zu bearbeiten.

(5) Dreieinigkeit: Nach langer Zeit wurde am Samstag, 22. August in Pries erstmals wieder der Sonntagsgottesdienst als Vorabendmesse gefeiert. Vorher kamen wir in der Kirche zum Gemeindegespräch zusammen. Aufgrund der Corona-Schutz-Regeln können in Dreieinigkeit derzeit nur etwa knapp 40 Personen zum Gottesdienst zusammenkommen; etwa die Hälfte der Plätze waren zum Gemeindegespräch besetzt. Am 29. Februar hatten wir uns bereits über die neue Gottesdienstordnung verständigt, die jetzt – nach den Sommerferien – notwendigerweise und dauerhaft umgesetzt werden muss, also das Vorziehen der gewohnten Sonntagsmesse auf den Samstagabend in einem vierzehntägigen Rhythmus. Aufgrund der Erfahrungen der Corona-Zeit habe ich den Anwesenden eine neue Frage vorgelegt: Ist es nicht besser, statt der angedachten Kooperation mit der evangelischen Nachbargemeinde in Pries einen Wechsel nach St. Heinrich zu bedenken und dort 14-tägig Vorabendmesse zu feiern? Dort wäre alles (Kirche, Gemeinderäume, Personal, Orgel …) vorhanden, was auf Dauer nötig ist. Etwa die Hälfte der Anwesenden konnte sich diese Lösung vorstellen; die andere Hälfte tendierte zu einem Verbleiben in Pries. Der Förderverein brachte noch einmal die Möglichkeiten finanzieller Unterstützung zum Erhalt der Kirche ins Spiel – was allerdings dem Beschluss des Kirchenvorstands widerspricht.

Ein zweiter Schwerpunkt des Gesprächs war die jüngst erschienene römische Instruktion zur missionarischen Umkehr der Pfarreien. Eine Verletzung der kanonischen Vorschriften, die die Instruktion aufruft, ist allerdings nicht zu erkennen. In Pries besteht derzeit kein aktueller Zeitdruck zur Aufgabe von Kirche und Gemeindehaus. Die Frage der Weiterverwendung kann also entschieden, aber ruhig angegangen werden.

Ein dritter Gesprächspunkt war eine neue Regelung für die Hl. Messe am Freitagvormittag um 9:00 Uhr, da wir bisher fünf Freitagsmessen haben. Eine Verlegung muss im Zusammenhang mit den anderen Gottesdienstorten bedacht werden.

(6) Stella Maris: 20 Personen feierten den Vorabendgottesdienst am 29. August mit. Fast alle blieben auch zum anschließenden Gemeindegespräch. Anknüpfend an das Gemeindegespräch vom 15. Februar und die Treffen der Lenkungsgruppe, zuletzt am 20. August, sprachen wir das gegenseitige Kennenlernen der katholischen und der evangelischen Gemeinde Heikendorfs an, das mit dem Besuch von Pastor Thieme-Hachmann am 26. September und dem Gegenbesuch von Propst Benner Reformationstag offiziell beginnt, über ein Ritual des Übergangs („Tür schließen – geöffnete Tür vorfinden“), über den „Start-Termin“, der derzeit für den 20. Februar 2021, also den ersten Fastensonntag des nächsten Jahres geplant wird, über ökumenische Aktivitäten, die schon lange miteinander getan werden und fortgesetzt bzw. ausgebaut werden könnten, über Zeiten (dann Kirchenkaffe um 17:00 Uhr und Gottesdienst um 18:00 Uhr) und Räume u.v.a.m. Ruhig, konzentriert und aufmerksam war das Gespräch, in dem die Zuversicht wuchs, dass es für Heikendorf zu einer guten Lösung kommen kann.

(7) St. Ansgar: Ca. 20 Personen aus Schönberg und auch aus anderen Orten der Pfarrei kamen zum Gemeindegespräch am 5. September. Auch in Schönberg ist mittlerweile der erste Teil der Gottesdienstordnung umgesetzt, d.h. die Sonntagsgottesdienste werden alle zwei Wochen am Vorabend um 17:00 Uhr in St. Ansgar gefeiert – im Wechsel mit Stella Maris; Wort-Gottes-Feiern sollen nach Möglichkeit noch eingerichtet werden.

Anfangs haben wir auf die Atmosphäre und die Themen des letzten Austauschs am 29.2.20 zurückgeblickt und uns darüber verständigt, dass wir für dieses und weitere Gespräche die Regeln guter Kommunikation anerkennen. In der Zeit vom letzten Gespräch bis zum aktuellen Austausch hatten sich Dinge ereignet, die nicht hilfreich waren. Deshalb haben wir ruhig, sachlich und konsequent einige Fragen aufgeworfen: Ist es richtig, über eine Kooperation mit der evangelischen Nachbargemeinde nachzudenken, wenn die Widerstände gegen eine Feier der Sonntagsgottesdienste in der dortigen Kirche in der Ortsmitte anhaltend groß sind (und bleiben)? Ist es dann nicht besser nach Alternativen zu suchen, z.B. einen Bus- oder Taxi-Shuttle einzusetzen, der die Gläubigen aus Schönberg am Samstag oder am Sonntag zu einer anderen Kirche bringt? Da manche Gläubige sowohl in Heikendorf als auch in Schönberg zum Gottesdienst gehen, könnte sich hier auch eine verstärkte Kooperation mit der Stella Maris-Gemeinde nahelegen. Oder soll die Möglichkeit eines „Auslaufens“ ernsthaft bedacht werden, d.h. dass nur noch solange Gottesdienste in Schönberg gefeiert würden, wie die Kirche noch zur Verfügung steht? Eine Entscheidung über diese Fragen ruht wesentlich auf der Willensbildung der kleinen St. Ansgar-Gottesdienstgemeinde auf, die noch nicht abgeschlossen ist.

(8) St. Nikolaus: Am 12.9.20 ging es in kleiner Runde vor allem um Gottesdienstordnung, die ja dazu führt, dass in St. Nikolaus nun alle zwei Wochen die Vorabendmesse gefeiert wird. Alle, die gerne die Samstagabendmesse mitfeiern wollen sind gebeten, auch auf die Termine in St. Bonifatius zu achten, die sich ja mit St. Nikolaus abwechseln. Für die Sonntagabendmesse, die in St. Nikolaus ggf. die dritte Messe an einem Wochenende wäre, haben wir z. Zt. keine Kapazitäten bei den Ordnerdiensten; sie entfällt bis auf Weiteres. Dann sprachen wir über die Fragen, die die anstehende Renovierung der St. Nikolaus-Kirche aufwirft (siehe dazu den kleinen Artikel im FRANZ). Außerdem haben wir auf die Adventszeit und das Weihnachtsfest vorausgeschaut, dessen Gestaltung wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung ist.

(9) St. Bonifatius: Am Samstag, 19.9.20 wurde in St. Bonifatius besprochen, wo sich Gruppen treffen können, die bisher im Bonifatius-Haus waren. Zu diesen Orten kann auch die Kirche selbst gehören. Deshalb sollen drei Bänke im hinteren Bereich der Kirche an die Seite geräumt werden, so dass – auf Probe – Raum entsteht, der mit Stühlen aus dem Gemeindehaus je nach Bedarf flexibel gestaltet werden kann.

Die Veränderungsprozesse verlangen allen Beteiligten viel ab. Die ganze Pfarrei, nicht nur die Orte, an denen es bald zu großen Einschnitten kommen wird, ist davon betroffen. Umso mehr muss noch deutlich werden, dass wir alle zusammenstehen. Ich teile mit vielen Beteiligten die Zuversicht, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

PAX et BONUM,
Ihr Propst Dr. Benner


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