Monatsbrief März

Propst Dr. Thomas Benner
Monatsbrief über den aktuellen Stand der Veränderungen
innerhalb der Pfarrei Franz von Assisi, Kiel

Stand 9. März 2020

In den Gemeindegesprächen im Februar in Kronshagen, in Heikendorf, Pries und Schönberg habe ich noch einmal grundlegend die schon länger bekannte finanzielle Situation des Erzbistums Hamburg und unserer Pfarrei in Kiel erläutert. Dann habe ich von der Notwendigkeit gesprochen, jetzt eine neue Gottesdienstordnung vorzubereiten, die ab dem Sommer umgesetzt werden muss. Schließlich habe ich dafür geworben, sich vorzustellen, auf welche Art und Weise wir mit drei Priestern (plus Unterstützung durch einen weiteren im UKSH) und mit der Hilfe von Wort-Gottes-Feier-Leiter/innen gewährleisten können, dass wir regelmäßig als Gemeinde „vor Ort, wenn auch nicht in unseren bisherigen Örtlichkeiten bleiben könnten.“

Das könnte so aussehen: Drei Priester feiern je eine Vorabendmesse und zwei Sonntagsmessen. Wenn dann an den fünf Orten, an denen wir unsere Kirchen verlassen müssen, alle Sonntagsgottesdienste auf Samstagabend gelegt werden, und wir zu diesen fünf die Vorabendmesse in St. Nikolaus hinzuziehen, lassen sich drei Paarungen bilden, die darauf abstellen, dass an allen diesen sechs Orten jeden Samstagabend abwechselnd die Hl. Messe und eine Wort-Gottes-Feier (mit Kommunionausteilung) gefeiert werden können.

Ein Beispiel: Heikendorf und Schönberg bilden ein Paar. Am 1. Sonntag im Monat würde mit der Gemeinde Stella Maris die Hl. Messe gefeiert und parallel mit der Gemeinde St. Ansgar eine Wort-Gottes-Feier (WGF); am 2. Sonntag im Monat wäre es dann umgekehrt, so daß in Heikendorf die WGF stattfände und in Schönberg die Eucharistie gefeiert würde. Diese „überkreuz angelegte“ Ordnung würde dann von Sonntag zu Sonntag fortgeschrieben. Ähnlich könnte je ein Paar aus Kronshagen und St. Nikolaus (Samstagabend), und ein weiteres aus Elmschenhagen und Pries gebildet werden.

An den Sonntagen würden dann in St. Nikolaus, St. Heinrich, St. Birgitta/St. Thomas, Liebfrauen und St. Joseph wie bisher die Sonntagsmessen gefeiert. Zwei Priester zelebrierten zweimal morgens; einer einmal morgens und dazu die Abendmesse in St. Nikolaus.

So habe ich in den Gemeindegesprächen drei Voten erbeten: „Können Sie sich auf die Verlegung auf den Sonntagvorabend einlassen?“ „Tragen Sie den wöchentlichen Wechsel von Eucharistiefeier und Wort-Gottes-Feier mit?“ „Gehen Sie mit, dass wir mit diesem Modell sonntäglicher Gemeindegottes-dienste in eine evangelische Kirche in der Nachbarschaft ziehen, wenn wir dort um Aufnahme bitten und dort willkommen sind?“

Es war zu erwarten, dass dieser Vorschlag nicht nur Begeisterung auslösen würde. Und so wurden denn auch Unverständnis, Trauer und bisweilen Empörung und Zorn geäußert. In Schönberg war die Enttäuschung einiger besonders groß, insbesondere da noch nicht absehbar ist, was aus dem Kirchengebäude wird. Doch am Ende standen auch Einsicht und vorsichtige Zustimmung. Jemand sagte: „Besser diese Lösung als gar keine mehr hier vor Ort.“ Eine andere sagte: „Ich bin dankbar für die Klarheit, die geschaffen wird, und für die intensive Vorbereitung einer neuen ortsangepassten Lösung.“ Und so gab es den Auftrag, im Sinne des vorgetragenen Modells weiterzuarbeiten.

Dementsprechend sehen die nächsten Schritte so aus: In Kronshagen geben wir das Gemeindehaus auf. Eine Lenkungsgruppe konstituiert sich am 12.3.2020 und beginnt, eine Verlagerung von Aktivitäten, die bisher im Gemeindehaus stattfanden, in die auf der anderen Straßenseite liegende Kirche vorzubereiten bzw. dafür nach Kooperationspartnern zu suchen. Die neue Gottesdienstordnung soll zum Sommer etabliert werden.

In Heikendorf kommt die schon eingerichtete Lenkungsgruppe aus Mitgliedern der Pastoralteams, der Kirchenvorstände und der Ortsausschüsse aus der evangelischen und der katholischen Gemeinde am 23.3.2020 wieder zusammen und organisiert die nächsten Schritte. Auch hier besteht die Absicht, „im Sommer“ die neue, alternierende Gottesdienstordnung umzusetzen und in die evangelische Kirche umzuziehen.

Auch in Pries stand am Ende der Auftrag, das Gespräch mit evangelischen Nachbargemeinde zu suchen. Für die Vorbereitung eines Umzugs haben wir die Zeit bis Ende dieses Jahres vorgesehen. Im „Tandem“ mit Elmschenhagen kann die Verlegung der Gottesdienstzeit auf den Samstagabend und der Wechsel der Gottesdienstformen schon zum Sommer umgesetzt werden. Das nächste Gemeinde-gespräch in Pries soll es nach Ostern geben. Erste Damen und Herren haben sich für die Mitarbeit in einer Lenkungsgruppe gemeldet. 

In Schönberg schließlich gibt es eine ebenso freundliche, wie generöse Haltung der evangelischen Nachbarn, für die ich sehr dankbar bin, so dass im nächsten Gemeindegespräch nach Ostern, wenn sich die aktuelle Verstimmung weiter gelegt hat, über die zeitnahe Einführung der neuen Gottesdienstordnung und den Ortswechsel gesprochen werden kann.

„Wir sind und bleiben im Gespräch,“ so haben wir am Ende intensiver Gemeindegespräche gesagt. Und so stehen auch weitere Gespräche an: Vor Ort, um zu guten Lösungen zu kommen. Im Kirchenvorstand, um eine gute Verwendung der Gebäude abzustimmen. Im Pastoralteam, um die Prozesse zu begleiten. Im Kreise der vom Herrn Erzbischof mit der Feier von Wortgottesdiensten beauftragten Frauen und Männer, denen ich herzlich für ihre Bereitschaft danke, die neue Gottesdienstordnung mitzutragen und sich gut auf die neuen Aufgaben vorzubereiten. In den Lenkungsgruppen, um Schritte eines Übergangs aus dem bisher Gewohnten in eine neue, andere Form gemeindlichen Lebens in ökumenischer Partnerschaft zu erarbeiten. Und mit Einzelnen und Gruppen, damit sich niemand zurückgelassen sieht und der Zusammenhalt in der gesamten Pfarrei wächst …

Die Kirche ist eine Schöpfung „aus lebendigen Steinen.“ (1 Petr 2,2-5) Unser Herr, der der Grund, die Mitte und der Baumeister der Kirche ist, ist mitten uns, wo auch immer wir uns in seinem Namen versammeln. Er stehe uns bei, lasse uns die Zeichen der Zeit erkennen, sende uns den Heiligen Geist, der tröstet, der befreit, der uns zusammenhält und uns ins Leben führt: „Herr, erneue deine Kirche – und fange bei mir an.“

Freundlich grüßt
Ihr Propst Dr. Benner


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