Monatsbrief August

Propst Benner

Monatsbrief über den aktuellen Stand der Veränderungen
in der Pfarrei Franz von Assisi, Kiel

August 2021

Ich freue mich auf die „Nachfeier des Fronleichnamsfestes“ am 12. September im Klosterpark hinter Liebfrauen! Endlich können wir nach den langen Monaten mit Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie wieder in größerer Zahl aus allen Gemeinden unserer Pfarrei zusammenkommen, Gottesdienst feiern, einander wiedersehen, hören, wie es geht, Informationen austauschen, Pläne machen, Gemeinschaft erfahren. Wir beginnen mit der Eucharistiefeier um 11:00 Uhr, anschließend gibt es Kaffee und Kuchen. Wir schließen mit einer Andacht um 15:00 Uhr. Wer eine Kuchenspende geben möchte, melde sich bitte im Pfarrbüro.

Ich hatte die „Verschiebung“ von Fronleichnam im Pfingstbrief an alle Haushalte angekündigt. „Wir müssen reden“, weil uns so viele Fragen umtreiben, hatte ich Ihnen geschrieben. Mehr als 60 Menschen haben angerufen. Manche haben auch geschrieben. Viele Themen kamen zur Sprache: „Wie „nah“ oder „fern“ sind „Basis“ und „Leitung“? „Wie kann ich noch katholisch bleiben?“ „Frauen sollen Gottesdienst feiern!“ „Frauen sollen Leitungsämter übernehmen!“ „Mir fehlt meine Gemeinde.“ „Corona wirft mich total zurück.“ „HomeOffice und HomeSchooling in unserer kleinen Wohnung über viele Woche kosten so viel Kraft!“ „Der Erzbischof kann nicht bleiben!“ „Erzbischof Heße muß bleiben.“ „Ich leide an Post-Corona. Werde ich je wieder richtig gesund?“ „Danke für das Streaming, für Hausandachten.“ „Haben sie sich eigentlich alle verkrochen?“ „Kirchenschließungen sind der falsche Weg.“ „Der Mißbrauch ist furchtbar! Die Aufarbeitung muß vorangehen.“ „Gut, daß wir miteinander reden!“ U.v.a.m. Wir wollen im Gespräch bleiben. Immer wieder sollen deshalb verschiedenste Formen des Austausches angeboten werden. Ein persönliches Gespräch mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern können Sie jederzeit per Email oder Telefon vereinbaren. Die Anschriften bzw. Nummern finden hinten im FRANZ.

Die Zeit der Corona-Pandemie, eine „Zeit der leeren Kirchen“ (T. Halik), hat deutlicher denn je erkennen lassen, daß ein bestimmter Typus Christentum und christlichen Gemeindelebens sich längst erschöpft hat. Das ist ein prophetisches (Warn-)Zeichen, aber kein Grund zur Verzweiflung. Viele kennen noch die „Volkskirche“. Das bedeutete: Man wurde automatisch in Glaube und Kirche hineinsozialisiert durch Eltern und Familie, Erziehung, Schule und das gesamte soziale und politische Umfeld. Volkskirchliche Religiosität war jahrgangsweise Erfassung und Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung, kirchliche Hochzeit im Bewußtsein hier (und nicht auf dem Standesamt) wirklich zu heiraten, lebensbegleitende Feste und Feiern, kirchliches Begräbnis. Genügte es früher, einfach mit der Kirche und mit der Gesellschaft irgendwie an Gott zu glauben, brauchen Menschen heute ausdrücklich und je neu Gründe für den Glauben und persönliche Zugänge dazu zu und seiner Gemeinschaftsgestalt, der Kirche. Ein volkskirchliches Verständnis der Pastoral geht aber daran vorbei. Die Bedingungen sind nicht mehr gegeben, unter denen Volkskirche entstand und funktionierte; es ist nicht mehr zukunftsfähig. Glaube und Kirche sind eine „Option“. Das „System Volkskirche“ aber gehört glücklicherweise nicht wesensmäßig zum christlichen Glauben. Die Kirche Jesu Christi („Salz und Licht der Welt“) hat aber die Zukunft noch vor sich.

Das Pastoralteam hat sich damit beschäftigt, das Pastoralkonzept angesichts dieser Einsicht neu zu verstehen. In der Form knapper Thesen, die jetzt in den Gemeindeteams, dem Pfarrpastoralrat usw. vorgestellt und beraten werden, hat es vorgestellt, daß und wie wir uns von absehbar nicht mehr zukunftsfähigen Konzepten verabschieden wollen, um die Gemeinden und pastoralen Aktivitäten neu zu profilieren. Im nächsten FRANZ sollen die Schwerpunktsetzungen vorgestellt werden. Schauen Sie vorher doch gerne schon auf unsere Internetseite und beteiligen Sie sich an der Debatte!

Die bedauerliche Schließung des Hauses Michael wollen wir seitens der Pfarrei durch eine verstärkte Kooperation, insbesondere in St. Nikolaus auffangen helfen. Bei der anstehenden Renovierung der Kirche werden wir die Belange die KSG besonders beachten. Auch im KirchenKAI sollen die Studierenden Platz finden. Auch dazu demnächst mehr hier im FRANZ. Momentan aber ist es wichtig, daß die jungen Leute, die ab März 2022 nicht mehr im Haus Michael wohnen können, eine neue Bleibe finden. Können Sie ein Zimmer oder eine kleine Wohnung zur Verfügung stellen? Dann melden Sie sich doch bitte bei Herrn Martin Mayer (26098688; m.mayer@franz-von-assisi-kiel.de), der die Mietangebote gerne vermittelt.

Von der Veränderung unseres Immobilienbestands gibt es derzeit nichts Neues zu berichten. Es ist gleichwohl arbeitsintensiv und beansprucht alle damit befaßten auch persönlich. Wir arbeiten weiter intensiv an Lösungen, die uns heute helfen und auch kommenden Generationen katholisches Leben ermöglichen sollen.

Die Umstände gemeindlichen Lebens in der Corona-Pandemie scheinen sich aufzuhellen. Ich grüße Sie von Herzen mit dem gesamten Pastoralteam und freue mich auf vermehrte persönliche Begegnungen in unserer großen Pfarrei,

Ihr Propst Benner


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